Nachttanzdemo in Friedrichshain

Friedrichshain ist und bleibt Demo-Rave-Kiez (und das ist auch gut so!). Parallel zur musikalischen Supersause „Fête de la Musique“ zieht gerade die Nachttanzdemo von Musik braucht Freiräume von Nord nach Süd und ballert ordentliche Bässe durch die Straßen.

Laut, dreckig, links. This is my Fhain ♥

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Der politische Aufruf von „Musik braucht Freiräume“

„Ahey, Ahoi und Ahua! Berlin ist totkonsumiert und zugeschissen mit Konsumtempeln, es lebe die freie Welt. Im Nordkiez will die CG-Gruppe mit dem >>Carre-Sama-Riga< < ein goldenes Ei ins Kukuksnest legen und im Südkiez hat die Bauwert-Gruppe auf dem >>Freudenberg-Areal< < schon alles Mögliche in den Sand gesetzt. Das neue UFO Ostkreuz, die halbe Riesenflugscheibe der deutschen Bahn, steht schon zum Abheben bereit und die >>Autobahn 100< < zieht uns den Boden unter den Füßen weg. Die >>Revaler Spitze< < untergrub die dortige etwas alternaivere Clubkultur in Friedrichshain, und auf dem RAW-Gelände herrschen nun Zucht und Ordnung sowie der Wachschutz der Kurth-Gruppe (Vater & Sohn) mit Knarre und Hunden. Wir wehren uns gegen diskriminierende Schikanen, Überwachung, Kontrollen, Inkriminierung und Repression. Dagegen sind wir für aktive Angebote zur Verbesserung der Lebenslagen, Aufklärung und basisdemokratische Alternativen. Legalisierung statt Prohibition und Kriminalisierung oder noch besser vollkommene Freiheit von gesetzlicher Zwangsregulation. Gute alte Spätis und lockere Läden müssen dichtmachen, echte alternative Locations werden gekündigt, geräumt, bedroht. Das Leben ist sowieso nicht leicht, wenn Mensch nicht nach der Stechuhr, wie ein Roboter, leben kann und will. Weil wir das alles sowie die gesamte Kapitalkacke eh scheisse finden, weil wir lieber ganz bewusst laut statt leise sind, unser Leben selbstbestimmen, selbstorganisieren und uns nichts von Schickimicki, Baulärm, Verkehrslärm und sonstigem Schnickschnack vormachen oder Spekulationen weißmachen lassen wollen und auch nichts glauben sondern wissen und selbst erleben und machen wollen (DIY!). Wir lassen uns nicht kaufen und nicht einlullen. Schon garnicht von spießbürgerlichen „Anrainern“ oder anderen reaktionären Elementen, bürgerlichen Auswürfen, wie Erscheinungsformen der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Weil wir Lebensecht, nah und authentisch statt nur Tünche sind, darum sind wir hier, genau an dem Ort des Geschehens, mittendrin statt nur dabei. Wie es schon seit Jahrzehnten durch die Straßen klingt: „Wir sind hier und wir sind laut, weil man* uns unsre Freiheit raubt!“ Dabei wollen wir ganz bewußt einen richtig bunten Gegensatz zur monotonen deutschen und neoliberalen scheinindividuellen Einheitsbreikultur darstellen. Wir organisieren uns in Kollektiven/Gruppen und wehren uns als Kulturschaffende, Künstler_innen und Musiker_innen konkret gegen die Verwertungsindustrie (Kulturindustrie), z.B. die Musikindustrie, wie die GEMA und stellen mit dem Zeichen „für Creative Commons“ (CC) eine Alternative zur durchkommerzialisierten und konformistischen offiziellen sogenannten „Fete de la Musique“ dar, wo indirekte Abgaben an Musikkonzerne fließen, egal ob mensch möchte oder nicht. Lest dazu unsere Statements der letzten Jahre. Politisch wollen wir keinen Reformismus betreiben, sondern zeigen darum offensiv was freie Musik, Kultur und Leben bedeuten können und wir gehen damit und dafür bunt und laut auf die Straße, solidarisch mit bedrohten Orten und Plätzen, nicht zu überhören und nicht zu übersehen. Denn Musik braucht Freiräume und Freiräume brauchen Musik. Aber, wir vergessen nicht wo die Energie der Freiräume herkommt, nämlich von unten. Deswegen erinnern wir an markanten Orten an alte und neue soziale Kämpfe, wo wir die Zwischenkundgebungen machen werden, am Traveplatz, an der Rigaer Ecke Samariterstraße, am Boxhagener Platz und an der Stralauer Allee. Und, wir vergessen nicht; der Ton macht die Musik. Kommt darum alle! Macht mit! Bringt eure selbstgebauten und gebastelten Soundsysteme, Musikrucksäcke, Anlagen auf Rädern o.ä. mit. Kommt mit Rollstühlen, Rollis, E-Rollis, Fahrrädern, Lastenrädern, Skateboards, Rollerskates, Rollschuhen, Rollerblades, Rollbrettern, Bollerwagen, Handwagen, Sackkarren, Fahrradanhängern, Betten-auf-Rädern und was euch sont noch so einfällt. Malt Banner, Transpis, Schilder, z.B. für Bewegungsfreiheit, für die Freiheit von der Lohnarbeit, Wohnfreiheit, Lebensfreiheit, Mobilität, Musik, Platz zum Leben, für alle. Gegen Menschenverachtung. Seid bunt, seid kreativ, seid laut, seid unmißverständlich, gegen Gentrification, gegen Mieterhöhungen und Räumungen, gegen die EM, gegen die A100, gegen Verdrängung, gegen Kapitalismus, gegen Volk, Staat, Nation und Kapital. Für grenzenlose Solidarität. Alles für alle! Raven ist wunderbar gegen alles andere, denn nur die Revolution ist wunderbar, alles andere ist Quark.

Politique Situationniste – Politische Crew“

Quelle: http://musikbrauchtfreiraeume.blogsport.de/2016/06/18/politischer-aufruf-2016/

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