Ein Hoch auf die Berliner Nachbarschaftsetikette

Die Entsorgungskultur à la <ich stell das mal runter, vielleicht brauch es ja wer> hat sich längst als Etikette im Kiez etabliert. Ich unterstütze das und es wird auch in meinem Wohnhaus fleißig praktiziert. Man wird seinen ungeliebten Krempel los, der noch zu schade für die Mülltonne ist, und umgekehrt kann man brauchbare Dinge abstauben. Besonders cool finde ich den Tausch von Büchern – denn wer will schon ALLE Bücher im Regal verstauben lassen, nachdem sie gelesen sind?

Eigentlich eine feine Sache.

Vorausgesetzt, jemand kann theoretisch tatsächlich etwas mit dem ausgemusterten Kram anfangen. Nur kommt es ab und an vor, dass dieses durchaus sinnvolle Tauschsystem mit einer bequemen Müllentsorgungsstelle verwechselt wird. Kaputtes Elektrogefunzel, durchgewetzte Billo- klamotten oder „durchgebumste Matratzen“* nimmt man nicht unbedingt mit und verwendet es weiter (*nein, der Zettel stammt nicht von mir ;)).

Zum Glück funktioniert die Selbstkontrolle im Haus und man wird von seinen Nachbarn in Berliner Manier auf seine Fehltritte hingewiesen. Und alle anderen bekommen kostenloses Entertainment.

Bei mir im Haus pflegt man also noch die klassische Berliner Etikette. Schön.

Apropos nette Nachrichten von Nachbarn. Dieser Zettel hing kurze Zeit vorher im Flur, vielleicht war es die gleiche Person, die auch die Matratze entsorgen musste. Das Gekreische der Dame war echt krass, da hätte ich eine fetzigere Nachricht erwartet. Naja, der Verfasser ist wohl erst kürzlich zugezogen.

Nicht-Berliner reagieren oft abgeschreckt von dieser Berliner Nachbarschaftsetikette. Ich möchte es nicht mehr missen. Gerne mehr davon.

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