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Reportage über die prekäre Lage Berliner Clubs

Eine von Berlins Hauptattraktionen ist zweifelsohne die Feierei. Man möchte meinen, dass es der „Branche“ gut gehen sollte, denn an Partytourismus scheint es aus meiner subjektiven Sicht hier in Friedrichshain nicht zu mangeln. Leider weit gefehlt: Die Clubszene ächzt unter fehlendem Nachwuchs und explodierenden Kosten.

In der rbb-Reportage Ausgetanzt? Berliner Clubs unter Druck wird die schwierige Situation alteingesessener Lokalitäten beleuchtet, aber auch Versuche aufgezeigt, neue Orte zu erschaffen. Vorgestellt werden das Maaya (in den Räumen des ehemaligen Haubentauchers) auf dem RAW-Gelände sowie ein gefördertes Pilotprojekt des Kollektivs Khisdapaze auf dem stillgelegten Flughafen Tegel.

Auf dem sterbenden Ast sitzen das SchwuZ und die Renate

Das SchwuZ musste am 1. November 2025 nach sage und schreibe 48 Jahren Clubbetrieb schließen. Das tut auch mir als nicht-queere Person weh. Der zweite Club, um den es in der Reportage geht, ist seinem sprichwörtlichen Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen. Der Salon zur wilden Renate, wie der Club in den ersten Jahren seit seiner Eröffnung 2007 hieß, konnte sich mitten in den Closing-Wochen plötzlich doch noch mit dem Eigentümer, Herrn Padof…, einigen. Nach einer mehrtägigen Silvestersause geht es ab Februar 2026 weiter in den alten Hallen am Markgrafendamm (dem Watergate ereilte ein Jahr zuvor ein anderes Schicksal).

Das Statement der Renate vom 16. Dezember 2025

Seltene Aufnahmen vom Inneren der Clubs

Sehenswert ist diese Reportage allein wegen der Innenaufnahmen der Clubs, wo ansonsten strikte No-Photo-Policy herrscht. Neben der Renate ist unter anderem der Globus im Tresor und der Lokschuppen (Suicide Club) zu sehen.

Denn eines steht für mich fest: Solche Aufnahmen werden wir irgendwann mit melancholischer Sehnsucht betrachten und in schönen Erinnerungen an eine freie und wilde Epoche in Berlin schwelgen.

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